
![]() Flötenspieler aus der
Steinzeit. Kokopelli spielt mit Hingabe die
Flöte, aber das ist es nicht,
was jedermann an ihm zuerst auffällt. Es ist sein mächtiger,
erfurcht-gebietender Penis, der überall auf Felswänden des
Südwesten
prangt. In manchen Fällen scheint Kokopelli zu tanzen, und in
seime
Kreuz zeigt sich ein Buckel, der eine körperliche Mißbildung
oder aber ein prähistorischer Rucksack sein könnte. Seinem
Hinterkopf
entsprießen ein paar Anhängsel, vielleicht sind es Federn,
vielleicht
Antennen. Auf jeden Fall nimmt Kokopelli in der Rock Art der
frühen
Indianer einen so sinnfälligen Platz ein, wie kein anderes Motiv.
Als Sexprotz ist er freilich nicht auf die Welt gekommen: die ersten
Abbildungen
von Flötenspielern stammen aus der sogenannten dritten
Korbmacher-Ära
zwischen 500 bis 700 unserer Zeitrechnung. Es dauerte eine Weile bis
Kokopelli
die sexuelle Erwachsenenreife erlangte - erst nach dem Jahre 1000
zeigte
er sich mit Phallus und Buckel. Was immer der
fröhliche Flötist in den Augen der Anasazi dargestellt
haben mag - er ist eine Erscheinung, deren Sexualität und
Lebensfreude
selbst prüde Amerikaner ohne Schuldgefühl innig lieben
können.
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